Das AkkordeonOrchester der Musik- und Kunstschule der Stadt Leverkusen war mit 20 Musizierenden vertreten. Mit dem Akkordeon-Orchester Bayer Leverkusen und seinen 31 Aktiven sowie einer dreiköpfigen Schlagwerkgruppe der Musik- und Kunstschule entstand schließlich für das große Finale ein gemeinsamer Klangkörper mit mehr als 50 Musizierenden – eine ebenso spannende wie gelungene Kooperation der beiden Leverkusener Orchester.
Birthe Metzler von der Musik- und Kunstschule der Stadt Leverkusen begrüßte die Gäste. Unter den Ehrengästen befand sich auch die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin von Leverkusen Silvia Dick. Henning Hückstedt von der Bürgerstiftung Leverkusen, die das Konzert unterstützte, dankte in seinem Grußwort allen Beteiligten für ihr Engagement.
Durch den ersten Konzertteil führte Simone Droick, die neben ihrer Tätigkeit als Dirigentin auch später selbst als Solistin auftrat. Das AkkordeonOrchester der Musik- und Kunstschule eröffnete das Programm mit Karl Jenkins‘ wirkungsvollem „Palladio“, vielen aus einer bekannten Diamantwerbung vertraut. Es folgte Hubert Girauds Musette-Klassiker „Sous le ciel de Paris“, bevor mit Jean Pacelets „À la manière de Zolotarev“ ein anspruchsvolles Originalwerk mit moderner Tonsprache, dramatischen Kontrasten und lyrischen Passagen erklang. John Williams‘ „Cantina Band“ aus „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ brachte schwungvolle Filmmusik auf die Bühne, ehe Arturo Márquez‘ temperamentvoller „Danzón No. 2“, nicht zuletzt durch das Simón Bolívar Youth Orchestra unter Gustavo Dudamel international bekannt geworden, den orchestralen Programmteil eindrucksvoll abrundete.
Auch kammermusikalisch zeigte das Konzert die große stilistische Bandbreite des Akkordeons. Die jungen Musiker Konstantin Dragicevic (Violoncello) und Henry Meyer (Akkordeon) interpretierten aus Antonio Vivaldis Sonate e-Moll für Violoncello und Basso continuo den Satz Largo – Allegro. Ein Streichquartett musizierte gemeinsam mit Akkordeonist Maximilian Schanz den fünften Satz „Fear“ aus Astor Piazzollas „Five Tango Sensations“, ursprünglich für Bandoneon und Streichquartett komponiert. Anschließend begeisterten Simone Droick und ihre Duopartnerin Felicia Meric (Violoncello), die unter dem Namen Duo Felissimo konzertieren, mit dem bulgarischen Tanz „Gankino Horo“ sowie Richard Gallianos „Tango pour Claude“.
Nach der Pause übernahm Michael Thielen, Electronium-Spieler des Akkordeon-Orchesters Bayer Leverkusen, die Moderation. Das Orchester unter Monika Schneider setzte mit seinem Programm weitere klangliche Akzente und präsentierte weitere Facetten der Akkordeon-Orchesterliteratur. Zu hören waren Ian Watsons eindrucksvolles Originalwerk „Peace“, Astor Piazzollas „Otoño Porteño“, der „Herbst“ aus den Cuatro Estaciones Porteñas, sowie drei Melodien aus Andrew Lloyd Webbers Musical „Das Phantom der Oper“, das ab November 2026 wieder im Musical Dome Köln zu erleben sein wird. Das große Orchester überzeugte dabei durch seine bemerkenswerte Klangvielfalt, differenzierte Dynamik und große Ausdruckskraft.
Den emotionalen Höhepunkt bildete schließlich der gemeinsame Auftritt beider Orchester. Nach einer kurzen Umbaupause formierte sich ein Orchester mit über 50 Musizierenden. Simone Droick dirigierte zunächst ein Medley aus „How to Train Your Dragon“, bevor Monika Schneider mit Freddie Mercurys und Queens Klassiker „Bohemian Rhapsody“ den glanzvollen Schlusspunkt des offiziellen Programms setzte. Beeindruckend war, mit welcher Präzision, Musikalität und klanglichen Geschlossenheit beide Orchester dieses Gemeinschaftsprojekt trotz vergleichsweise weniger gemeinsamer Proben realisierten. Das Publikum dankte mit lang anhaltenden Standing Ovations.
Nach rund zwei Stunden hochklassiger Akkordeonmusik verabschiedeten Simone Droick und Monika Schneider die Konzertgäste. Zwei Zugaben bildeten den Ausklang: Monika Schneider dirigierte zunächst Count Basies Swing-Klassiker „Jumpin‘ at the Woodside“, bevor Simone Droick das Publikum zum Mitsingen von ABBAs „Thank You for the Music“ einlud. Der eingeblendete Refrain wurde begeistert mitgesungen und setzte den passenden Schlusspunkt unter ein Konzert, das eindrucksvoll zeigte, warum das Akkordeon das Instrument des Jahres 2026 ist – in jedem Genre zu Hause, klangfarbenreich und generationsübergreifend verbindend.
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