Am 5. September bot die Open-Air-Bühne auf dem Bonner Markt ein abwechslungsreiches Programm: Irish Folk mit den Reel Talents der Ludwig van Beethoven Musikschule Bonn, Auftritte des Chors des Europäischen Parlaments Brüssel, des Jugendchors des Theaters Bonn und des Gesangsensembles des Jungen Theaters Bonn sowie zum Abschluss der Community Chor des Beethovenfestes. Das Salonorchester Le Bon(n) Ton unter der Leitung von Anca Bergner präsentierte Klezmer und Tango. Ein besonderes Highlight war Omar Massa mit seinem Bandoneon und argentinischen Tangos – bis hin zu „Adios Nonino“ von Astor Piazzolla.
Am zweiten Festival-Samstag wurde es dann in der Beethovenhalle richtig lebendig: Rund 1.200 Musizierende aus Bonn und der Region – Ensembles, Orchester, Big Bands und Chöre – gaben kostenlose Konzerte im Großen Saal, im Studio, im Kammermusiksaal und in vier weiteren kleineren Räumen. Mehr als 65.000 Besucherinnen und Besucher jeden Alters nutzten die Gelegenheit, die wiedereröffnete Beethovenhalle musikalisch zu entdecken.
Sieben Bühnen, unzählige musikalische Facetten
Nach der Eröffnung durch Dr. Ursula Sautter, Bürgermeisterin der Stadt Bonn Steven Walter, Intendant des Beethovenfestes, und Dr. Solveig Palm vom Netzwerk Ludwig van B. begann um 12:30 Uhr das vielfältige Programm in den verschiedenen Räumen.
Im Studio eröffnete das JugendJazzOrchester Bonn unter Thomas Heck und Thomas Kimmerle unter dem Motto „Kontraste“. Im Großen Saal startete das Programm, moderiert von Charlotte Oelschlegel, mit dem Mitmachkonzert „Noten & Neuronen“ des UKBonn Musik e.V. Ein 120-köpfiger Chor unter der Leitung von Theodor Rüber stand gemeinsam mit einer kleinen Combo auf der Bühne. In den Wissenschaftskonzerten im Wissenschaftsjahr 2026 wird Musik als mögliche präventive Wirkung gegen neurodegenerative Erkrankungen und als beispielhafte Lifestyle-Intervention für die Gehirngesundheit vorgestellt. Beteiligt sind das Universitätsklinikum Bonn, die Universität Bonn, das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik und das DZNE.
Anschließend präsentierte das beeindruckend große Junior-Orchester & -Bigband des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums unter Juri Eckhoff Filmmusik. Zum weiteren Programm gehörten das Schulorchester des Amos-Comenius-Gymnasiums unter Christiane Koban-Müller sowie das Mehrgenerationenorchester Divertimento der Ludwig van Beethoven Musikschule Bonn unter Dorothea Schultes-Lübbecke, in dem im Wesentlichen Eltern von Musikschülerinnen und -schülern musizieren.
Auch im Kammermusiksaal zeigte sich die enorme musikalische Bandbreite des Tages. Unterschiedliche Instrumental- und Kammerensembles präsentierten klassische Musik ebenso wie Unterhaltungsmusik – darunter Flöten-, Streicher- und Akkordeonensembles. Zu erleben waren unter anderem das Kammerorchester Westerwald unter Natalia Kazakova mit „Aus Holbergs Zeit“, ein Projekt-Celloensemble der Ludwig van Beethoven Musikschule sowie „Tutti Flutti & The Baguettes“ der Ludwig van Beethoven Musikschule mit Filmmusik auf verschiedenen Flöten.
Ein besonderer Programmpunkt war außerdem dem Projektensemble der „Tage der deutsch-chinesischen Begegnung der Kammermusik“ gewidmet. Deutsche und chinesische Preisträgerinnen und Preisträger von „Jugend musiziert“ musizierten in unterschiedlichen Besetzungen mit Streichern, Holzbläsern und Klavier.
Akkordeon-Orchester Wesseling: Ein Höhepunkt des Jahres
Für die 23 Mitwirkenden des generationenübergreifenden Projektorchesters aus dem 38. Workshop „Gemeinsam musizieren mit Quetsch“ des Akkordeon-Orchesters Wesseling war der Auftritt in der Beethovenhalle zweifellos einer der Höhepunkte ihres musikalischen Jahres – nach dem Frühlingskonzert und dem Rheinparkkonzert.
Das Repertoire hatte Dozentin Anita Brandtstäter passend zum Jahresmotto „Akkordeon – Instrument des Jahres im Dreivierteltakt“ zusammengestellt. Auf dem Programm standen zwei speziell für Akkordeonorchester komponierte Walzer von Stephan Müller: „Vivalse“ aus „Einmal um die Welt 1“ und der „Lieblings-Walzer“ aus „Ready – Set – Play 1“.
Auch die klassische Musik kam nicht zu kurz. Mit der bekannten „Pastorale“ aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ wagten sich die Musikerinnen und Musiker an einen Klassiker, der von Ronny Fugmann in der Suite „Vivaldi for Kids“ gekonnt für Akkordeonorchester umgesetzt wurde. Mit „Flair de Paris“ von Jürgen Schmieder durfte außerdem eine flotte Musette nicht fehlen.
Ergänzt wurde das Programm durch das Ensemble AkkoFans. Dabei handelt es sich um ehemalige erwachsene Workshop-Teilnehmende, die inzwischen regelmäßig proben und sich an etwas anspruchsvollere Literatur wagen. Die abwechslungsreiche und moderne „Comedy Suite“ von Helmut Quakernack mit „Magic Rag“, „Sad Clown“, „Devils Boogie“ und „Good Night“ sorgte ebenso für gute Stimmung wie die fröhliche Beat-Polka „Gut aufgelegt“ von Rainer Essig in einem gelungenen Arrangement von Wolfgang Ruß. Mit dem „Peacherine Rag“ von Scott Joplin, dem als „King of Ragtime“ bekannten Komponisten, setzte das Ensemble noch einen besonderen musikalischen Akzent.
Zum Finale wurde es schließlich rockig: Mit „Power Kids“, einem Rock für Akkordeonorchester von Bernd Glück, zeigten die Musikerinnen und Musiker, wie viel Energie in ihrem Instrument steckt – und dass dieses Stück selbstverständlich auch den Erwachsenen jede Menge Spaß macht.
In der hervorragenden Akustik des Kammermusiksaals kamen die Stücke wunderbar zur Geltung. Der langanhaltende Applaus des Publikums war eine schöne Bestätigung für die engagierte Vorbereitung und den gelungenen Auftritt.
Akkordeon auch solistisch zu erleben
Ein weiteres Konzert mit dem „Instrument des Jahres 2026“ gab es im Foyer Nord. Dort präsentierte der Akkordeonist Martin Ruland ein abwechslungsreiches Soloprogramm. Er ist Schüler von Olga Belyaeva, die an der Ludwig van Beethoven Musikschule unterrichtet.
Im Mittelpunkt standen Werke von Akkordeonisten wie Jörg Draeger, Jewgeny Derbenko, Otto Eckelmann und Peter Michael Haas. Ergänzt wurde das Programm durch ein Menuett von Alfred Schnittke, „La Valse d’Amélie“ von Yann Tiersen und George Gershwins „Summertime“.
Eine rundum gelungene Premiere
Ein großer Dank gilt dem Netzwerk Ludwig van Beethoven für die großartige Organisation der Veranstaltung in Kooperation mit dem Beethovenfest Bonn. Von der zeitlichen Planung bis zum Aufbau lief alles reibungslos. Beim Aufstellen der Stühle und Notenpulte ebenso wie beim Aufbau von Schlagzeug und Keyboard war perfekte Unterstützung gewährleistet.
Auch die Schülerinnen und Schüler, die die einzelnen Auftritte moderierten, machten ihre Sache ausgesprochen kompetent und unterhaltsam.
„Halle frei für Beethoven“ war damit ein beeindruckendes musikalisches Fest, das die frisch wiedereröffnete Beethovenhalle auf ganz besondere Weise mit Leben füllte. Für die 23 Musikerinnen und Musiker des Akkordeon-Orchesters Wesseling und die AkkoFans war es zugleich eine wunderbare Gelegenheit, ihr Können auf einer der großen Bühnen des Beethovenfestes zu zeigen – und dem Akkordeon als „Instrument des Jahres 2026“ einen hörenswerten Platz in diesem außergewöhnlichen Musikereignis zu geben.
Anzeige






