Dass ein Musikschüler solch ein Solokonzert bestreitet, ist schon bemerkenswert. Doch im Konzert wird schnell klar: Hier musiziert jemand auf Hochschulniveau – mit technischer Brillanz, stilistischer Reife und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz. Ein Studium ist deshalb auch fest eingeplant. Seine Wettbewerbserfolge unterstreichen das eindrucksvoll: unter anderem Kategorie-Sieger bei den 10. Internationalen Akkordeontagen in Prag 2024, Dritter Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2025 sowie Zweiter Preis beim internationalen Wettbewerb „Akkordeon Grenzenlos“ 2025 in Trossingen.
Unter dem Motto „Von Bach bis Balkan“ spannte der junge Musiker einen weiten musikalischen Bogen. Mit der „Chaconne f-Moll“ von Johann Pachelbel eröffnete er den Abend klangvoll und Orgel ähnlich. Es folgte das 2. Präludium und Fuge c-Moll aus dem „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach, die Stanimirov mit beeindruckender Klarheit gestaltete.
Mit Originalwerken für Akkordeon zeigte er anschließend die ganze klangliche Bandbreite seines Instruments: das virtuose „Rondo Capriccioso“ von Wladislaw Solotarjow, das emotional aufgeladene „Revelation – Offenbarung“ von Sergey Voytenko sowie „Brel-Bach“ von Franck Angelis, ein Werk, das ein Chanson von Jacques Brel mit Bach-Präludium-Läufen verbindet. Technische Präzision, feine dynamische Abstufungen und perfekte Bellow-Shakes verband er mit großem Ausdruck – ein faszinierendes Hörerlebnis.
In einer kurzen Umbaupause nahmen das Akkordeonorchester der Musikschule sowie das Gitarrenensemble Platz. Unter der Leitung von Daiga Röhl erklang gemeinsam mit dem Solisten nach einem serbischen Volkslied attacca das mazedonische Lied „Jovano Jovanke“ im ungeraden 7/8-Takt. Ein Gemeinschafts-Höhepunkt, der besonders den jungen Akkordeon-, Geigen- und Gitarren-Schülerinnen und -Schülern viel Applaus bescherte.
Im letzten Konzertteil widmete sich Stanimirov mit großer Spielfreude der Volksmusik: eine rumänische Suite von Hangul sowie die temperamentvolle „Hora Mărțișorului“ von Grigoraș Dinicu brachten südosteuropäische Klänge und Rhythmen in den Saal. Zum fulminanten Abschluss musizierte er im Duo mit der Geigerin Kateryna Zhuravel den Ungarischen Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms sowie den berühmten „Csárdás“ von Vittorio Monti – virtuos, leidenschaftlich und mitreißend.
90 Minuten abwechslungsreiche, hochkarätige Akkordeonmusik – ein Konzert, das eindrucksvoll zeigte, welches Potenzial in diesem jungen Musiker steckt.

Zum fulminanten Abschluss musizierte Jovan Stanimirov im Duo mit der Geigerin Kateryna Zhuravel den Ungarischen Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms sowie den berühmten „Csárdás“ von Vittorio Monti – virtuos, leidenschaftlich und mitreißend. Foto: Anita Brandtstäter
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