Von vielen musiktreibenden Vereinen immer wieder gerne für Konzerte gewählt wird das Thema: Filmmusik – zunehmend allerdings mit dem Risiko verbunden, dass es sich abnutzt, weil tendenziell immer wieder dieselben, populären Titel von „Fluch der Karibik“ bis „Star Wars“ gespielt werden. Diesem Risiko ging das 1. Orchester des Handharmonikaclubs Untergrombach unter der Leitung von Uwe Höhn mit einer geschickten Programmauswahl aus dem Weg, in dem es bei seinem Herbstkonzert auch neuere, zeitgenössische Filmmusiken darbot. Gewissen Anteil daran hatten auch die beiden Orchestermitglieder Moritz Reiser und Lena Reiser, die den Großteil der dargebotenen Stücke selbst für Akkordeonorchester arrangierten. Wie Christine Mayer, die in der vollbesetzten Aula der Untergrombacher Joß-Fritz-Schule die Conférence innehatte, ausführte, durfte sich das Publikum dazu eingeladen fühlen, diesmal Filme nicht zu sehen, sondern zu hören – getreu dem Konzertmotto „Kino auf die Ohren“. Nach dem bekannten Morricone-Titel „Ecstasy of the gold“ aus dem Film „Zwei glorreiche Halunken“, in dem Ophelia Neves mit Lederumhang und Cowboyhut eine stimmige Gesangseinlage hatte, erklang mit „The legend of King Arthur“ ein Höhepunkt des ersten Konzertteils. Obwohl keine Filmmusik, passte dieses viersätzige Werk, das von dem Engländer Ian Watson erst vor wenigen Jahren original für Akkordeonorchester komponiert wurde, dennoch bestens zum Motto des Abends. Mit Einfühlungsvermögen und musikalischem Ausdruck erweckten Uwe Höhn und seine Orchestermusiker, sowohl in sich gekehrte, als auch rustikal-kämpferische Szenen zum Leben. Ein wenig fantastisch, aber auch poetisch wurde es dann mit zwei Stücken des Japaners Joe Hisaishi aus dem Film „Kikis kleiner Lieferservice“, ehe „Hummel gets the rockets“ von Hans Zimmer aus dem Actionfilm „The Rock“ stilistische Anklänge an „Fluch der Karibik“ aufwies. Sängerin Katja Neubehler rundete den ersten Teil mit der ruhigen, schwedisch gesungenen Ballade „Gabriella’s Song“ aus dem Musikfilm „Wie im Himmel“ ab. Nach der Pause trug der HCU mit Musiken aus „Star Trek into darkness“ und „Rogue One: A Star Wars Story“ der Science-Fiction-Schiene gebührend Rechnung; mit einem Potpourri aus Titeln des Filmes „La La Land“ ging es dagegen wieder um ganz irdisch-menschliche Themen. Auch der zweite Konzertteil wurde von den Gesangssolistinnen bereichert: Ophelia Neves gefiel mit samtiger Stimme in den Balladen „A Million Dreams“ aus „The Greatest Showman“ und dem James-Bond-Titel „Skyfall“, Katja Neubehler erweckte dagegen die fantastische Geschichte der „Eiskönigin“ mit „Let it go“ stimmig zum Leben. Mit der bekannten Titelmusik zu „Forrest Gump“ als Zugabe und dem da capo dargebotenen „A Million Dreams“, als weitere Zugabe zweistimmig gesungen, bedankten sich Dirigent, Orchester und Solistinnen für den reichen Beifall.
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