Praktische Tipps und Lösungen für Orchester und Vereine
20 engagierte Menschen aus sieben Bundesländern haben im Laufe eines Jahres im Rahmen der DHV-Innovationswerkstatt „Gemeinsam Zukunft gestalten 2.0“ an Lösungen für eine erfolgreiche Vereins- und Orchesterarbeit gearbeitet. Mehr als 25 Online-Meetings, ein zweitägiges Präsenztreffen und zahlreiche weitere Abstimmungen waren die Basis für diesen intensiven Entwicklungsprozess. Auch wenn die Ergebnisse unterschiedliche Wege aufzeigen, haben sie doch eines gemeinsam: Alle Angebote sind nicht nur eine Inspiration für die Mitglieder des DHV, sondern unterstützen die zukünftige Arbeit von Vereinen und Orchestern ganz konkret. Wie diese aussehen und welchen konkreten Nutzen sie für die Vereinsarbeit haben, wird im Folgenden aufgezeigt.
Mit Kooperationen gemeinsam mehr erreichen
Die Zukunfts-AG 1 „Kooperationen und Beteiligungsformate“ hatte sich als Ziel gesetzt: Vereinsverantwortliche für Kooperationen zu begeistern. Kooperationen bündeln Ressourcen, bringen Wissen und unterschiedliche Erfahrungen zusammen und können dabei helfen, selbst größte Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Um diesen Gedanken möglichst anschaulich zu vermitteln, entwickelte die Arbeitsgruppe einen rund dreiminütigen Imagefilm. Der Film macht deutlich: Kooperationen können ganz unterschiedlich aussehen und trotzdem erfolgreich sein. Das erste Beispiel führt nach Hamburg: Sechs Akkordeonorchester verfolgen ein gemeinsames Ziel und bauen mit Musik Brücken. Das Beispiel des Gemeinschaftskonzerts zeigt, welches Potenzial entstehen kann, wenn Vereine ihre Kräfte bündeln und gemeinsam etwas auf die Beine stellen, das ein einzelner Verein möglicherweise nicht realisieren könnte. Das zweite Beispiel zeigt eine Bildungskooperation zwischen dem Akkordeonorchester St. Tönis und einer Musikschule. Hier geht es um die Zusammenarbeit von Verein und Bildungseinrichtung, die aufzeigt, wie man dadurch die Zukunftsfähigkeit eines Orchesters sichern kann. Das dritte Beispiel geht noch einen Schritt weiter. Bei den Wupperspatzen steht die Verschmelzung zweier Vereine zu einem Verein im Mittelpunkt. Es zeigt, dass Kooperation auch bedeuten kann, gewohnte Strukturen zu hinterfragen und gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen. Ergänzend wird allen Interessierten eine ausführliche Handreichung für erfolgreiche Kooperationen zur Verfügung gestellt. Sie enthält Beispiele, Tipps und Checklisten und soll Vereinsverantwortliche dabei unterstützen, eigene Kooperationen anzustoßen, zu planen und erfolgreich umzusetzen.
Bildung als Schlüssel für erfolgreiche Arbeit im Ehrenamt
Die Zukunfts-AG 2 „Bildung und Fortbildung“ nahm sich einer anderen zentralen Herausforderung an: Menschen, die bereits Verantwortung übernehmen oder dies künftig tun möchten, sollen besser unterstützt werden.
Denn gerade die Übernahme eines Ehrenamts ist häufig mit Unsicherheit verbunden. Deshalb wollte die Arbeitsgruppe mit ihrem Ergebnis dazu beitragen, Berührungsängste vor dem Ehrenamt und der damit verbundenen Verantwortung abzubauen. Schnell wurde deutlich, dass dafür unterschiedliche Formate notwendig sind. Ein Teil des Angebots sollte digital und flexibel nutzbar sein, ein anderer Teil ganz bewusst vor Ort und mit einem hohen Praxisanteil stattfinden.
Das erste konkrete Ergebnis ist die Konzeption und Produktion von mehrteiligen Video-Tutorial-Reihen. Dabei werden in jeweils acht bis zehn Folgen theoretische Grundlagen vermittelt und gleichzeitig konkrete Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung aufgezeigt, die direkt im eigenen Verein ausprobiert werden können. Die erste Tutorial-Reihe zum Thema „Vereinsidentität und Vereinsmarke“ wurde bereits produziert und befindet sich aktuell in der Postproduktion. Die erfolgreiche Vereinsarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Gewinnung neuer Mitglieder sind nur zwei der weiteren Themen, die im Rahmen der Tutorial-Reihen behandelt werden sollen. Damit entsteht ein Angebot, das unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden kann – und genau dort ansetzt, wo viele ehrenamtlich Engagierte Unterstützung benötigen: bei der konkreten Umsetzung im eigenen Verein.
Doch auch der persönliche Austausch soll nicht zu kurz kommen. Als zweites Ergebnis entwickelte die Arbeitsgruppe das Konzept für eine „DHV-Roadshow“. Eine Reihe von Vor-Ort-Tagen soll das digitale Angebot ergänzen und die Themen in praxisorientierten Tagesworkshops vertiefen. Im Mittelpunkt sollen dabei tatsächliche Fragestellungen und Beispiele aus den teilnehmenden Vereinen stehen. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, Wissen weiterzugeben und den Austausch untereinander zu fördern. Eine Umsetzung wird für das Jahr 2027 oder 2028 geprüft.
Kommunikation verbessern und sichtbar machen
Die Zukunfts-AG 3 „Kommunikation, Marketing und Image“ widmete sich schließlich einer Herausforderung, die für viele Vereine immer wichtiger wird: Wie werden wir für unsere Zielgruppen sichtbar? Denn gute Vereinsarbeit allein sorgt noch nicht automatisch dafür, dass Menschen davon erfahren. Veranstaltungen, Konzerte und andere Aktivitäten müssen heute dort kommuniziert werden, wo potenzielle Mitglieder, Besucherinnen und Besucher sowie Interessierte unterwegs sind – auch in den sozialen Medien. Deswegen formulierte die AG das Ziel, die digitale Auffindbarkeit zu verbessern.
Entstanden ist ein 23-seitiger Leitfaden für Social Media Beiträge am Beispiel von Veranstaltungen. Das Dokument enthält neben grundlegenden Informationen zur Social-Media-Arbeit konkrete Tipps, Dos and Don’ts sowie Beispiele rund um die Kommunikation von Events auf Facebook. Dabei wurde nicht nur theoretisch gearbeitet, sondern ein reales Event als Grundlage herangezogen, um zu zeigen, wie man eine Veranstaltung in der Praxis sichtbar macht. Ergänzt wird der Leitfaden durch externe Beispiele und weiterführende Links. So erhalten die Nutzerinnen und Nutzer nicht nur Informationen zum reinen Posten, sondern gleichzeitig die Möglichkeit, sich anhand konkreter Beispiele weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen. Damit die Orchester und Vereine sofort und möglichst einfach in die Umsetzung kommen können, wurden zusätzlich Vorlagen für die webbasierte Grafik-Plattform Canva entwickelt und bereitgestellt.
Drei Arbeitsgruppen – ein gemeinsames Ziel
Alle drei AGs haben sehr unterschiedliche Themen bearbeitet. Und doch verbindet ihre Ergebnisse ein gemeinsamer Gedanke: Die Lösungen sollen den Vereinen möglichst unmittelbar helfen und sie dazu motivieren, ins Tun zu kommen. Genau darin liegt der besondere Wert der Innovationswerkstatt.
Mit dem Ende der offiziellen Projektphase im Dezember 2025 ist die Entwicklung aber noch nicht abgeschlossen. Einige Ergebnisse sind bereits fertiggestellt und können genutzt werden. Andere befinden sich aktuell noch in der Umsetzung oder werden für die Umsetzung vorbereitet. Zudem sollen die entwickelten Angebote ergänzt, stetig weiterentwickelt und von Vereinen und Orchestern genutzt werden. Denn eine gute Lösung wird erst dann wirklich wertvoll, wenn sie im Vereinsalltag ankommt.
Die DHV-Innovationswerkstatt hat dafür einen wichtigen Grundstein gelegt, indem sie Menschen zusammengebracht, Erfahrungen gebündelt und aus vielen unterschiedlichen Perspektiven konkrete Ansätze entwickelt hat.
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