Liebe Leserinnen und Leser,
im Präsidium und in der Geschäftsstelle des DHV sowie in den Landes- und Bezirksverbänden machen wir uns viele Gedanken darüber, wie wir gemeinsam mit Ihnen in den Vereinen und Orchestern erfolgreich in die Zukunft gehen können. Uns treibt die Überzeugung an, dass wir mehr erreichen können, wenn wir Menschen zusammenbringen, unsere Kräfte bündeln und uns gemeinsam auf den Weg machen. Denn in einer großen Gemeinschaft kommen viele unterschiedliche Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven zusammen.
Dabei steht für uns immer eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie können wir unsere Mitglieder bei ihrer musikalischen und organisatorischen Arbeit sowie bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen bestmöglich unterstützen? Und wie schaffen wir es, gemeinsam mit unseren Mitgliedern für unsere Szene und unsere Instrumente wirksam zu werden?
Damit wir wissen, was unsere Mitglieder tatsächlich bewegt, braucht es den gemeinsamen Austausch. Veranstaltungen, bei denen wir mit Ihnen ins Gespräch kommen, sind dafür besonders wertvoll. Einen wichtigen Impuls gab 2023 der DHV-Kongress unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“. Dort kamen Menschen aus unterschiedlichen Ebenen unseres Verbands zusammen, um Herausforderungen zu benennen, Ideen zu entwickeln und gemeinsam über Wege in eine erfolgreiche Zukunft zu diskutieren.
Von Anfang an war dabei klar: Die besten Lösungen entstehen nicht im stillen Kämmerlein. Sie entstehen dort, wo Menschen ihre Erfahrungen einbringen, unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und diejenigen mitgestalten können, die die Herausforderungen aus eigener Praxis kennen. Deshalb war es uns wichtig, Verantwortung zu teilen und Menschen auch außerhalb von Vorstandsstrukturen und bestehenden Arbeitskreisen einzubeziehen.
Ein ganzes Wochenende lang beschäftigten sich Musizierende, Vereinsverantwortliche sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bezirks-, Landes- und Bundesebene mit unterschiedlichen Themenfeldern. Es entstand eine Fülle an Ideen und Ansätzen und vor allem der Wunsch, diese nicht einfach in einer Schublade verschwinden zu lassen.
Aus diesem Gedanken entstand die DHV-Innovationswerkstatt „Gemeinsam Zukunft gestalten 2.0“. In drei Zukunfts-AGs arbeiteten engagierte Menschen aus verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichen Erfahrungen mehr als ein Jahr lang an konkreten Lösungen für die Vereins- und Orchesterarbeit. Wie können Kooperationen gelingen? Welche Bildungsangebote brauchen Vereine? Und wie können Orchester ihre Arbeit besser sichtbar machen? Aus diesen Fragen sind praktische Hilfestellungen, Konzepte und Materialien entstanden, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden und von Ihnen genutzt werden können.
In dieser Ausgabe der Harmonika International möchten wir Ihnen einen Einblick in diesen Prozess geben und die Menschen zu Wort kommen lassen, die ihn mitgestaltet haben. Wir stellen die Ergebnisse der Zukunfts-AGs vor und zeigen, welchen konkreten Nutzen sie für Vereine und Orchester bieten können. Gleichzeitig geht es um die grundsätzliche Frage, was Beteiligung eigentlich bedeutet und wie auch Vereine ihre Mitglieder stärker in die Gestaltung des Vereinslebens einbeziehen können.
Denn eine wichtige Erkenntnis aus der Innovationswerkstatt lässt sich auch auf den eigenen Verein übertragen: Beteiligung ist mehr als Mitmachen. Wer Menschen nach ihrer Meinung fragt, ihnen Gestaltungsspielräume eröffnet und Verantwortung überträgt, schafft nicht nur neue Ideen. Es entsteht auch Identifikation und die Möglichkeit, Engagement wachsen zu lassen.
Das Projekt hat uns gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen zusammenkommen, ihr Wissen teilen und gemeinsam an einer Sache arbeiten. Nicht jede Idee wird für jeden Verein passen und es gibt auch nicht die eine Lösung für die Herausforderungen unserer Zeit. Aber wir können voneinander lernen, Erfahrungen weitergeben und gemeinsam neue Wege ausprobieren.
Vielleicht ist genau das der wichtigste Impuls, den wir Ihnen mit dieser Ausgabe mitgeben möchten: Gestalten Sie die Zukunft Ihres Vereins nicht allein. Holen Sie andere mit ins Boot, fragen Sie nach Ideen, geben Sie Verantwortung ab und schaffen Sie Raum für Neues. Wer weiß, vielleicht entstehen dabei nicht nur gute Lösungen, sondern auch neue Verbindungen und ganz nebenbei gewinnen Sie Menschen, die Lust bekommen, sich einzubringen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe und vor allem beim Ausprobieren und Weiterentwickeln der darin vorgestellten Ideen.
Ihr
Johannes Wollasch
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