Über viele Jahrzehnte prägte er das Akkordeon-Orchester Berlin mit seinem außergewöhnlichen Engagement, seiner musikalischen Leidenschaft und menschlichen Wärme. Sein Name ist untrennbar mit der Entwicklung des Berliner Akkordeon-Orchesters (AOB) verbunden.
Detlef Quaas begann 1964 mit dem Akkordeonunterricht bei Johannes Geisler an der Musikschule Neukölln. In den 70er Jahren wurde der Grundstein für seine musikalische Begeisterung gelegt, und es bildeten sich enge Freundschaften, die ein Leben lang Bestand haben sollten. Im Akkordeonorchester der Musikschule Neukölln lernte er seine zukünftige Ehefrau Petra kennen, die er liebevoll Mäuselchen nannte.
Er war viele Jahre Konzertmeister des Akkordeonorchesters der Musikschule Neukölln und unter-richtete als Akkordeonlehrer auch eigene Schüler, von denen heute viele erfolgreiche Akkordeonisten sind.
Bereits 1992 führte Detlef Quaas das damalige 2. Orchester, das aus dem von ihm gegründeten Jugendorchester hervorgegangen war, beim Internationalen Akkordeon-Festival in Innsbruck zu einem herausragenden Erfolg. Mit dem 1. Preis in der Kategorie „Hauptstufe Erwachsene“ schuf er den Ausgangspunkt für eine Reihe weiterer musikalischer Höhepunkte. Als er 1993 die Leitung des 1. Orchesters von Peter Geisler übernahm, begann eine Ära, die das spätere Akkordeon-Orchester Berlin nachhaltig prägen sollte.
Unter seiner Leitung entwickelte sich das Orchester musikalisch und menschlich stetig weiter. Es gab Konzertreisen in das In- und Ausland, Probenwochenenden, Seminare und gemeinsame Freizeitaktivitäten. Oft waren die Konzertreisen ein gegenseitiger Austausch mit anderen Orchestern, woraus langjährige Freundschaften entstanden sind. Er führte das Orchester mehrfach erfolgreich zu hervorragenden und ausgezeichneten Bewertungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben.
Besonders wichtig war ihm die musikalische Weiterentwicklung seiner Musikerinnen und Musiker. Gleichzeitig blieb er selbst stets neugierig und lernbereit. Regelmäßige Fortbildungen, insbesondere an der Akademie Remscheid, lieferten ihm immer wieder neue Impulse für seine Arbeit. Mit Offenheit und Weitblick erweiterte er das Repertoire des Orchesters kontinuierlich – von klassischer Literatur über Originalwerke für Akkordeonorchester bis hin zu Tango, Musical-, Film-, Jazz-, Rock- und Popmusik. Er förderte die Zusammenarbeit mit Gastdozenten und anderen Orchestern und schuf damit ein inspirierendes musikalisches Umfeld für mehrere Generationen von Akkordeonspielerinnen und Akkordeonspielern. Auch im Landes-Akkordeon-Orchester Berlin war er zusammen mit vielen Spielern seines Orchesters aktiver Musiker.
Um auch selbst seine Fähigkeiten als hervorragender Akkordeonspieler zu pflegen und weiterzuentwickeln, gründete er mit seiner Frau Petra sowie drei weiteren Spielern des Orchesters 1993 das Akkordeonensemble accordanza, mit dem er viele Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben gewann. Zum 75-jährigen Jubiläum des Akkordeon-Orchesters Berlin im Jahr 2023 konnte Detlef Quaas auf 30 erfolgreiche Jahre als Leiter des Orchesters zurückblicken. Für seine Verdienste wurde er 2023 mit der Rudolf Würthner-Medaille des Deutschen Harmonika-Verbandes ausgezeichnet. Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen gab er 2024 den Dirigentenstab aus der Hand, blieb dem Orchester AOB jedoch als aktiver Spieler weiterhin eng verbunden.
Der Deutsche Harmonika-Verband e.V. und das AOB verliert mit Detlef Quaas einen herausragenden Musiker, einen engagierten Dirigenten und einen Menschen, der viele von uns nicht nur durch unser musikalisches Leben geführt hat, sondern uns mit seiner Frau Petra ein Leben lang begleitet hat. Sein Wirken wird in unseren Erinnerungen, in unserer Musik und in der Geschichte des Deutschen Harmonika-Verbandes und des Akkordeon-Orchesters Berlin immer weiterleben.
Die Beisetzung fand am Donnerstag, den 27.8.26, um 13:00 Uhr auf dem Evangelischen Kirchhof Berlin-Rudow, Ostburger Weg 43-44 (12355 Berlin), statt.

