Musikalische Leiterin Anita Brandtstäter, zugleich Vorsitzende des Vereins, führte mit kurzen, informativen Anmoderationen durch das Programm. Sie erinnerte daran, dass das Akkordeon – 1829 in Wien erfunden – im Jahr 2029 erst seinen 200. Geburtstag feiert und damit ein noch junges Instrument ist. Und doch wird auf ihm Musik aus Jahrhunderten vor seiner Entstehung gespielt. Längst hat sich das Konzertakkordeon in der Klassik etabliert, erklingt als Soloinstrument mit Sinfonieorchestern und in der Kammermusik, aber auch im Jazz, im Tango und selbstverständlich in der Volksmusik ist das Akkordeon nicht wegzudenken. Die faszinierende Bandbreite der Akkordeonmusik spiegelte sich im Programm des Abends wider.
Bereits die Originalkomposition „Ein Morgen in den Bergen“ von Rudolf Würthner aus dem Jahr 1953 demonstrierte im differenzierten Stimmungsbild die Klangmöglichkeiten eines Akkordeonorchesters. Mit den „Gershwin Classics“ – „Strike up the Band“, „Summertime“ und „Rhapsody in Blue“ – glückte eine perfekte Kombination aus klassischen Klangfarben und jazzig-swingenden Rhythmen. Bei „Yo soy Maria“ aus Piazzollas Tango-Oper „Maria de Buenos Aires“ spielten die Aktiven den typischen Tango-nuevo-Rhythmus mit südamerikanischer Leidenschaft. Das Orchester entfaltete in der besonderen Kirchenakustik einen großartigen Klang, bereichert durch Klavier und E-Gitarre; Bassakkordeon und Schlagzeug sorgten immer für ein solides Fundament.
Zu den Höhepunkten mit besonders viel Applaus gehörte das Titelthema „Memory“ aus dem Musical Cats von Andrew Lloyd Webber. Der warme Orchesterklang mit einer schönen Melodieführung kam in der Kirchenakustik eindrucksvoll zur Geltung. Ebenso gefeiert wurde das Medley „Back To The Sixties“, bei dem Günter Mauel als E-Gitarren-Solist brillierte – auch eine musikalische Reminiszenz an das 60-jährige Vereinsjubiläum im vergangenen Jahr. Mit „Thank You For The Music“ von ABBA setzte das Orchester gemeinsam mit Klavier-Solist Thomas Scheib einen weiteren Glanzpunkt. Beim lyrischen Tango nuevo „Oblivion“ von Astor Piazzolla, bei dem Anita Brandtstäter den Solo-Part spielte, war es mucksmäuschenstill – ein Moment voller Intensität und musikalischer Tiefe.
Französisches Flair verbreitete der Musettewalzer „Es gibt nur ein Paris – Sous les ponts de Paris“ im schönen Akkordeon-Bigband-Arrangement von Heinz Ehme, bevor mit „Dankeschön“ von Bert Kaempfert ein musikalischer Gruß an Publikum und Veranstalter erklang. In ihrer Anmoderation dankte Brandtstäter nicht nur den aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern, sondern ganz besonders auch Erika Weidenbrück für ihr großes Engagement. Die Konzertreihe ermögliche Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, ganz unterschiedliche Musikrichtungen kostenfrei zu erleben – und zugleich das Krankenhaus mit einer Spende zu unterstützen.
Zum emotionalen Finale wurde es kölsch zum Mitsingen: Das Medley „Bläck Fööss Forever“ mit bekannten Klassikern wie „Dat Wasser vun Kölle“, „Ming eetste Fründin“, „Mer bruche keiner“, „Katrin“ oder „Unsere Stammbaum“ verwandelte die Kirche in einen Klangraum mit Orchester und großem Chor. Nach Standing Ovations ließ das Orchester mit „Rock Around The Clock“ noch eine mitreißende Zugabe folgen – ein schwungvoller Abschluss eines rundum gelungenen Konzertabends.
Thomas Kreitsch, Vorsitzender des Fördervereins, brachte es nach dem Konzert auf den Punkt: Die Besucher hätten ein musikalisches Ereignis erlebt, das noch lange in Erinnerung bleiben werde: „Es war ein mit großer Sorgfalt und musikalischem Gespür zusammengestelltes, abwechslungsreiches Programm.“
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