Am Sonntag, den 22. Februar 2026 trafen sich 14 Elektroniumspieler und -spielerinnen zu einem Elektronium-Workshop (dem ersten seit vielen Jahren) mit Robert Girschick. Eingeladen hatte Marc Fischer (Hessischer Landesdirigent) unter Federführung des Hessischen Harmonika Verbandes.
Pünktlich um 10 Uhr begrüßte Marc die Anwesenden im Proberaum der Akkordia ’73 Crumstadt e. V. (herzlichen Dank!) mit den nötigen Hinweisen zu Kaffee-Theke, Pausenzeiten und Mittagsverpflegung. Der Workshop war also eröffnet und Robert Girschick legte los.
Es folgte eine kurze Vorstellung seinerseits und aller Teilnehmenden. Hier war bemerkenswert, dass sich nicht nur von alten Hasen bis hin zu Neulingen am Elektronium alle Erfahrungslevel im Raum befanden – also genau das, wozu der Workshop gedacht war. Man hatte die unterschiedlichsten Elektronien mitgebracht – alles, außer den alten Röhrengeräten, war vertreten.
Insofern war es hilfreich, dass Robert mit der Theorie startete. Robert, der seit Ende der 1980er Jahre Elektronium-Instrumente umbaut und auf den neuesten Stand der Technik bringt, kann auf einem umfangreichen Erfahrungsschatz aufbauen.
Die Zusammenfassung der Geschichte des Hohner-Elektroniums begann mit den schon genannten Röhrengeräten und ihren Schiebereglern an einer Laufkette mit Loch für den Finger zur Registerschaltung, Drehreglern zum Nachstimmen – auch während eines Auftritts – oder den orange leuchtenden Röhren im Verstärker. Informationen zu den ersten Transistor-Instrumenten und weiteren Modernisierungen brachten zumindest für einige von uns neues Grund- bzw. Fachwissen. Ein gewisses Schmunzeln löste die Anekdote über die optisch gesteuerte Lautstärkeregelung aus, die je nach Helligkeit im Konzertraum dann auch mal die Dynamik eines Stückes etwas durcheinanderbringen konnte. Es konnte in einigen Fällen aber auch geklärt werden, wozu denn bestimmte Schalter benutzt werden können (Mehrfachbelegung war ein immer wieder benutzter Terminus technicus).
Letztendlich hat jede Technik ihre Vor- und Nachteile, sowohl bei der erzeugten Klang-Qualität als auch beim Transport und Aufbau des jeweilig erforderlichen Equipments. Großer Vorteil des Elektroniums ist aber, dass man sein Instrument nicht mühsam von zu Hause zur Probe transportieren muss.
Nach der Mittagspause konnten wir dann die gewonnenen Erkenntnisse in die Tat umsetzen. Robert hatte einige Stücke extra für den Workshop passend für Bläser-Ensembles arrangiert. In einem Raum voller Tasteninstrumente waren plötzlich nur Blasinstrumente zu hören: Saxophone, Flöten, Posaunen oder Fagotte. Da es auf der anderen Straßenseite eine Kirche gibt, wurde dann auch kurz ein Stück mit der Klangfarbe „Kirchenorgel“ gespielt. Es ist leider nicht dokumentiert, ob dies zur Verwirrung etwaiger Kirchgänger geführt hat.
Diese Bandbreite an Klangmöglichkeiten führt jedoch zu der besonderen Herausforderung, die Töne mit dem Elektronium möglichst echt erklingen zu lassen. Theorie und Praxis im Umgang mit dem Balg nahmen deshalb einen großen Anteil des gemeinsamen Musizierens ein. Wichtige Erkenntnis war, dass im Gegensatz zum „normalen“ Akkordeon, bei dem ein weiches Tonende durch einen Stopp der Balgbewegung (vor dem Loslassen der Taste) erzeugt wird, beim Elektronium genau das Gegenteil der Fall ist: Der Balg muss geschlossen werden – egal, wie weit er gerade noch geöffnet ist – aber auch bei noch gedrückter Taste.
Zwischendurch gab es nicht nur Kaffee und Zeit für das eine oder andere Schwätzchen. Robert gab ein paar Tipps für kleinere Reparaturen oder auch zum Umgang mit (nicht nur) Elektronien: Kabel immer am Stecker aus der Buchse ziehen, Verstärker so aufbauen, dass man auch sich selbst hört, kleine Boxen möglichst auf einen Stuhl stellen.
Um einige Erkenntnisse reicher endete der Workshop um 17 Uhr mit einem gemütlichen und erfolgreichen Entknoten des Kabelwirrwars.
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