Das Erste Stolberger Akkordeon-Orchester „Harmonia“ e.V. feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen, als Höhepunkt wurde monatelang auf das große Jubiläumskonzert hingearbeitet, das am 15. November 25 im Museum „Zinkhütter Hof“ stattfand.
Dass das Akkordeon und besonders das Stolberger Orchester längst den Staub des volkstümlichen Images abgeschüttelt hat und mit seiner vielfältigen Musik ein breites Publikum ansprechen kann, zeigte sich in den erfreulichen Zuschauerzahlen, denn die Ofenhalle des Museums war ausverkauft, ca. 280 Gäste lauschten den „Musikalischen Schlüsselerlebnissen“ der Harmonia (so lautete das Motto des Konzertes).
Moderator und Vorsitzender Elmar Rißmayer zeigte sich dann auch begeistert über die voll besetzten Reihen: „Hätte mir vor einem halben Jahr jemand gesagt, wir kriegen den Zinkhütter Hof voll, hätte ich gesagt: Träum weiter!“ und Bürgermeister Patrick Haas sprach in seiner Begrüßung aus, was wohl viele Gäste auch so erlebt haben: „Als ich in meinen politischen Anfangsjahren zu einem Konzert von euch geschickt wurde, habe ich gedacht: Och nee, echt? Akkordeon?? Mittlerweile kann ich mir meine Termine aussuchen und ich komme immer wieder gerne zu euch, denn es ist immer toll – und das volle Haus gibt euch recht.“
Dirigent Carlo Plaum (der selbst ein Jubiläum feierte, denn in den Niederlanden und Deutschland ist er mittlerweile seit 40 Jahren als Dirigent tätig, davon 18 Jahre in Stolberg) startete mit seinen Spielern – dem Anlass entsprechend – mit dem Hit „Congratulations“ in den musikalischen Geburtstag, danach wurde (statt einer Schweigeminute) bei der eher melancholischen „Accordeon Ballade II“ (aus der Feder von Plaum selbst) bei der im Hintergrund laufenden Bildershow einiger verstorbenen Mitglieder der „Harmonia“ gedacht.
Mit dem anspruchsvollen „Clowns“ des englischen Akkordeon-Komponisten Ian Watson stand dann ein nahezu experimentelles Stück Original-Literatur auf dem Programm – mitunter schräg, mit lustigen Einwürfen, auf jeden Fall aber unterhaltsam und sehr modern. Klassisch wurde es dann mit dem „Danzon No. 2“ von Arturo Marquez, mit Bravour und viel Schwung zeigten die Spieler ihr lateinamerikasches Temperament.
Anschließend übernahm Elke Hoffmann-Kittel mit ihrem Akkordeon-Ensemble die Bühne, auch hier stand die musikalische Vielfalt des Instrumentes im Vordergrund des Programms. Wie schon beim großen Orchester kam ein Werk des „Shootingstars der Akkordenmusik“ (so die Moderation) Ian Watson zum Vortrag – das Stück „Six“ stellt maximale Anforderungen an Technik und Zusammenspiel und ist zu Recht in der Einstufungsliste des Deutschen Harmonika-Verbandes in der Höchststufe einsortiert. Mit seinen durch Steampunk inspirierten mechanisch-stampfenden Rhythmen und immer wieder auftauchenden Leitmotiven aus 6 Noten (dem Titel folgend) eine echte Herausforderung für die Gruppe, die dann auch bravourös gemeistert wurde.
Zum „Durchatmen“ folgte die ruhige Filmmusik „Gabriel’s Oboe“ des Komponisten Ennio Morricone aus dem Film „Mission“, bevor es mit dem „Tango pour Claude“ von Richard Galliano den ersten (in Harmonia-Konzerten quasi unverzichtbaren) Tango zu hören gab. Der Swing-Klassiker „Fascinating Rhythm“ von George Gershwin begeisterte zum Abschluss des Auftritts das Publikum, und das Ensemble (welches selbst in diesem Jahr auch schon 30 Jahre existiert und somit auch ein Jubiläum feierte) verabschiedete sich mit einem weiteren Tango, dem „Yo Soy Maria“ aus der Feder von Astor Piazzolla.
Nach der Pause begab sich das große Orchester dann wirklich auf eine musikaische Zeitreise – mit der Suite „Südlich der Alpen“ ging man weit zurück in die Anfangsjahre der „Harmonia“, das Stück selbst (geschrieben von Ernst Fischer) ist aus dem Jahre 1936, die Akkordeon-Bearbeitung des Altmeisters Rudolf Würthner von 1954 – und dürfte damit zu den ersten Stücken überhaupt zählen, die seinerzeit von Akkordeon-Orchestern wie der „Harmonia“ gespielt und schnell zum Klassiker wurden. In der Bildershow wurden dazu passend Bilder der Adria-Reise des Vereins im Jahre 1963 gezeigt – so wie den ganzen Abend über immer wieder Erinnerungen aus der Orchestergeschichte projiziert wurden, wenn es zu den Stücken passte, so dass zu der „musikalischen Zeitreise“ dann auch eine optische zu sehen war.
Mit dem Jazz-Rock-Klassiker „Spain“ von Chick Corea entfernten sich die Spieler dann wieder weit vom alten Akkordeon-Image, bevor es (nach vereinsinternen Ehrungen) richtig voll auf der Bühne wurde: Einige ehemalige Harmonia-Spieler gesellten sich dazu, um bei den letzten Stücken mitzuspielen – für die dann 29 Spieler war es dann tatsächlich zu klein, so dass man sich teilweise vor den Bühnenpodesten platzierte. Gemeinsam spielte dieses extra große Orchester dann einen „Samba Cocktail Nr. 2“, zum Finale erklang dann der Rock-Klassiker „Music“ von John Miles, der allein schon thematisch mit seinem Text „Music was my first love, and it will be my last“ den idealen Schlusspunkt für so ein musikalisches Fest darstellt.
Nach Standing Ovations liessen sich Dirigent und Orchester nicht lange bitten und spielten mit „Viva la musica“ eine – von Carlo Plaum extra für das Orchester als Jubiläums-Geschenk geschriebene – Zugabe, um sich dann mit dem fetzigen russischen Stück „Exersis“ dann zu verabschieden.
Im Anschluss hatte die Harmonia zum Weiterfeiern ins „Glasdeck“ des Zinkhütter Hofs eingeladen, und zahlreiche Gäste folgten der Einladung und ließen den Abend bei Currywurst, Kartoffelsuppe und einem kühlen Getränk ausklingen und schwelgten gemeinsam in Erinnerungn an die vergangenen 75 Jahre.
Dass das Akkordeon und besonders das Stolberger Orchester längst den Staub des volkstümlichen Images abgeschüttelt hat und mit seiner vielfältigen Musik ein breites Publikum ansprechen kann, zeigte sich in den erfreulichen Zuschauerzahlen, denn die Ofenhalle des Museums war ausverkauft, ca. 280 Gäste lauschten den „Musikalischen Schlüsselerlebnissen“ der Harmonia (so lautete das Motto des Konzertes).
Moderator und Vorsitzender Elmar Rißmayer zeigte sich dann auch begeistert über die voll besetzten Reihen: „Hätte mir vor einem halben Jahr jemand gesagt, wir kriegen den Zinkhütter Hof voll, hätte ich gesagt: Träum weiter!“ und Bürgermeister Patrick Haas sprach in seiner Begrüßung aus, was wohl viele Gäste auch so erlebt haben: „Als ich in meinen politischen Anfangsjahren zu einem Konzert von euch geschickt wurde, habe ich gedacht: Och nee, echt? Akkordeon?? Mittlerweile kann ich mir meine Termine aussuchen und ich komme immer wieder gerne zu euch, denn es ist immer toll – und das volle Haus gibt euch recht.“
Dirigent Carlo Plaum (der selbst ein Jubiläum feierte, denn in den Niederlanden und Deutschland ist er mittlerweile seit 40 Jahren als Dirigent tätig, davon 18 Jahre in Stolberg) startete mit seinen Spielern – dem Anlass entsprechend – mit dem Hit „Congratulations“ in den musikalischen Geburtstag, danach wurde (statt einer Schweigeminute) bei der eher melancholischen „Accordeon Ballade II“ (aus der Feder von Plaum selbst) bei der im Hintergrund laufenden Bildershow einiger verstorbenen Mitglieder der „Harmonia“ gedacht.
Mit dem anspruchsvollen „Clowns“ des englischen Akkordeon-Komponisten Ian Watson stand dann ein nahezu experimentelles Stück Original-Literatur auf dem Programm – mitunter schräg, mit lustigen Einwürfen, auf jeden Fall aber unterhaltsam und sehr modern. Klassisch wurde es dann mit dem „Danzon No. 2“ von Arturo Marquez, mit Bravour und viel Schwung zeigten die Spieler ihr lateinamerikasches Temperament.
Anschließend übernahm Elke Hoffmann-Kittel mit ihrem Akkordeon-Ensemble die Bühne, auch hier stand die musikalische Vielfalt des Instrumentes im Vordergrund des Programms. Wie schon beim großen Orchester kam ein Werk des „Shootingstars der Akkordenmusik“ (so die Moderation) Ian Watson zum Vortrag – das Stück „Six“ stellt maximale Anforderungen an Technik und Zusammenspiel und ist zu Recht in der Einstufungsliste des Deutschen Harmonika-Verbandes in der Höchststufe einsortiert. Mit seinen durch Steampunk inspirierten mechanisch-stampfenden Rhythmen und immer wieder auftauchenden Leitmotiven aus 6 Noten (dem Titel folgend) eine echte Herausforderung für die Gruppe, die dann auch bravourös gemeistert wurde.
Zum „Durchatmen“ folgte die ruhige Filmmusik „Gabriel’s Oboe“ des Komponisten Ennio Morricone aus dem Film „Mission“, bevor es mit dem „Tango pour Claude“ von Richard Galliano den ersten (in Harmonia-Konzerten quasi unverzichtbaren) Tango zu hören gab. Der Swing-Klassiker „Fascinating Rhythm“ von George Gershwin begeisterte zum Abschluss des Auftritts das Publikum, und das Ensemble (welches selbst in diesem Jahr auch schon 30 Jahre existiert und somit auch ein Jubiläum feierte) verabschiedete sich mit einem weiteren Tango, dem „Yo Soy Maria“ aus der Feder von Astor Piazzolla.
Nach der Pause begab sich das große Orchester dann wirklich auf eine musikaische Zeitreise – mit der Suite „Südlich der Alpen“ ging man weit zurück in die Anfangsjahre der „Harmonia“, das Stück selbst (geschrieben von Ernst Fischer) ist aus dem Jahre 1936, die Akkordeon-Bearbeitung des Altmeisters Rudolf Würthner von 1954 – und dürfte damit zu den ersten Stücken überhaupt zählen, die seinerzeit von Akkordeon-Orchestern wie der „Harmonia“ gespielt und schnell zum Klassiker wurden. In der Bildershow wurden dazu passend Bilder der Adria-Reise des Vereins im Jahre 1963 gezeigt – so wie den ganzen Abend über immer wieder Erinnerungen aus der Orchestergeschichte projiziert wurden, wenn es zu den Stücken passte, so dass zu der „musikalischen Zeitreise“ dann auch eine optische zu sehen war.
Mit dem Jazz-Rock-Klassiker „Spain“ von Chick Corea entfernten sich die Spieler dann wieder weit vom alten Akkordeon-Image, bevor es (nach vereinsinternen Ehrungen) richtig voll auf der Bühne wurde: Einige ehemalige Harmonia-Spieler gesellten sich dazu, um bei den letzten Stücken mitzuspielen – für die dann 29 Spieler war es dann tatsächlich zu klein, so dass man sich teilweise vor den Bühnenpodesten platzierte. Gemeinsam spielte dieses extra große Orchester dann einen „Samba Cocktail Nr. 2“, zum Finale erklang dann der Rock-Klassiker „Music“ von John Miles, der allein schon thematisch mit seinem Text „Music was my first love, and it will be my last“ den idealen Schlusspunkt für so ein musikalisches Fest darstellt.
Nach Standing Ovations liessen sich Dirigent und Orchester nicht lange bitten und spielten mit „Viva la musica“ eine – von Carlo Plaum extra für das Orchester als Jubiläums-Geschenk geschriebene – Zugabe, um sich dann mit dem fetzigen russischen Stück „Exersis“ dann zu verabschieden.
Im Anschluss hatte die Harmonia zum Weiterfeiern ins „Glasdeck“ des Zinkhütter Hofs eingeladen, und zahlreiche Gäste folgten der Einladung und ließen den Abend bei Currywurst, Kartoffelsuppe und einem kühlen Getränk ausklingen und schwelgten gemeinsam in Erinnerungn an die vergangenen 75 Jahre.
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